Nach mehreren Monaten endet nun die bundesweite Initiative „Rettet die Knolle! – Die Studierenden essen die Kartoffeln!“. Was ursprünglich als spontane Reaktion auf die Berichterstattung über erhebliche Kartoffelüberschüsse entstand, entwickelte sich zu einer der größten gemeinschaftlichen Nachhaltigkeitsaktionen in der deutschen Hochschulgastronomie.
Insgesamt beteiligten sich 33 Studierendenwerke aus ganz Deutschland an der Initiative. Gemeinsam verfolgten sie ein Ziel: Wertvolle Lebensmittel sichtbar zu machen und überschüssige Kartoffeln dort einzusetzen, wo sie hingehören – auf den Teller statt in alternative Verwertungswege.
Die Idee zur Initiative entstand im Studierendenwerk Frankfurt am Main, das auch die bundesweite Koordination und Steuerung der Kampagne übernommen hat.
„Die Kampagne hat gezeigt, was möglich ist, wenn viele Einrichtungen gemeinsam handeln. Aus einer Idee wurde innerhalb weniger Wochen eine bundesweite Bewegung, die Studierende, Mitarbeitende, Landwirte, Wissenschaft und Lieferanten Medien miteinander verbunden hat“, erklärt Gudrun Hartmann, Abteilungsleiterin Verpflegungsbetriebe des Studierendenwerks Frankfurt am Main.
Beeindruckende Bilanz
Die beteiligten Studierendenwerke betreiben zusammen mehrere hundert gastronomische Einrichtungen und versorgten im Aktionszeitraum rund 14 Millionen Studierende und Gäste. Insgesamt wurden rund 1,9 Mio. Tonnen Kartoffeln und Kartoffelprodukte eingesetzt.
Mehr als eine Kartoffelkampagne
Die Initiative verstand sich von Anfang an nicht nur als Absatzaktion für Kartoffeln. Im Mittelpunkt standen die Themen Lebensmittelwertschätzung, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Mit Aktionswochen, speziellen Rezepturen, Informationsveranstaltungen, Interviews mit Landwirten, Wissenschaftler*innen, Lieferanten und Studierenden sowie zahlreichen Social-Media-Aktivitäten gelang es, das Thema bundesweit in die Hochschulen zu tragen. Dabei entstand weit mehr als eine klassische Marketingaktion, die Kampagne entwickelte sich zu einem Gemeinschaftsprojekt.
Besonders erfreulich war die Resonanz der Studierenden. Viele Gäste unterstützten die Idee bewusst und nahmen die Kampagne zum Anlass, sich intensiver mit der Herkunft und Wertschätzung von Lebensmitteln auseinanderzusetzen.
Große Resonanz in Medien und Öffentlichkeit
Die Initiative wurde bundesweit von zahlreichen Medien begleitet. Fernsehberichte, Radiosendungen, Zeitungsartikel sowie Berichte in Online-Medien sorgten dafür, dass das Thema weit über die Hochschulen hinaus Aufmerksamkeit erhielt.
Unterstützt wurde die Kampagne unter anderem durch den Hessischen Landwirtschaftsminister Ingmar Jung, der die Schirmherrschaft für die Kampagne übernahm, dem Hessischen Wissenschaftsminister Timon Gremmels, die Saarländische Umweltministerin Petra Berg, den Produktentwickler und Fernsehkoch Sebastian Lege sowie zahlreiche Expert*innen aus Wissenschaft, Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft.
Gemeinsam mehr erreichen
Mit dem Beginn der neuen Kartoffelernte und dem Auslaufen der diesjährigen Überbestände endet die Kampagne nun planmäßig.
Die Initiatoren ziehen dennoch ein klares Fazit:
„Rettet die Knolle! hat gezeigt, dass Studierendenwerke weit mehr leisten als die tägliche Verpflegung von Studierenden. Gemeinsam konnten wir gesellschaftliche Verantwortung übernehmen, Aufmerksamkeit schaffen und ein positives Zeichen für Nachhaltigkeit und Lebensmittelwertschätzung setzen. Darauf sind wir sehr stolz“, so Konrad Zündorf, Geschäftsführer des Studierendenwerks Frankfurt am Main.
Auch wenn die Kampagne nun endet, bleibt ihre Botschaft aktuell: Lebensmittel verdienen Wertschätzung und gemeinsam kann man mehr bewegen, als viele zunächst glauben.
